Author Topic: IEEE 802.11 WLANs lassen sich problemlos lahmlegen  (Read 6180 times)

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IEEE 802.11 WLANs lassen sich problemlos lahmlegen
« on: Friday, 21.01.2005 11:11 »
Dass die weitgehend inkompatiblen "Turbo"-Modi von Atheros und anderen Anbietern sich einen unfairen Bandbreitenvorteil auf Kosten anderer WLAN-Benutzer verschaffen, ist spätestens seit der öffentlichen Kritik des Chip-Herstellers Broadcom gegenüber dem Rivalen Atheros weithin bekannt.

Weniger bekannt dürfte aber sein, dass es für einen skrupellosen Funknetzteilnehmer ein Leichtes ist, in Rambo-Manier alle anderen Wireless-Stationen auszustechen, um sich selbst die maximal verfügbare Bandbreite zu verschaffen. Er muss lediglich die Register seines Netzwerkkarten-Chipsatzes für CWmin und CWmax mit dem Wert 0 überschreiben. Diese Registerwerte beeinflussen die Länge des sogenannten Contention Window, das nach IEEE 802.11 Spezifikation die Wartezeit (Back-off) zwischen den Datenpaketen regelt. Ein Funknetz erreicht nur dann einen ausreichenden und fairen Gesamtdurchsatz, wenn die WLAN-Stationen im Falle von Kollisionen ihre freiwillige Wartezeit bis zum nächsten Senden der momentanen Netzlast anpassen. CWmin und CWmax-Werte von 0 bedeuten, der Client schert sich nicht darum, sondern sendet grundsätzlich mit minimaler Wartezeit.

Theoretisch wäre es möglich, solche Rambo-Stationen zu erkennen und entweder deren Authentifizierung zu blockieren oder sie vom Traffic-Routing auszuschließen, entsprechende Lösungen sind aber noch nicht auf dem Markt. Fraglich ist zudem, ob damit das Senden von Datenmüll verhindert werden kann, mit dem eine Station einfach nur den WLAN-Verkehr stören will. Interessant auch, was passiert, wenn mehrere solcher WLAN-Rambos im Netz auftauchen, vermutlich geht dann überhaupt nichts mehr.

Quelle: DOMINO-Studie der ETFL, Zürich