Author Topic: Anti-Spyware-Software von Microsoft?  (Read 12442 times)

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Anti-Spyware-Software von Microsoft?
« on: Thursday, 06.01.2005 08:34 »
Nach dem Aufkauf der New-Yorker Firma GIANT Inc. hat Microsoft angekündigt, bis spätestens Mitte Januar 2005 eine auf GIANT-Technologie basierende Beta-Version einer Anti-Spyware Software heraszubringen, die auf Rechnern ab Windows 2000 lauffähig sein soll. Enthalten sein werden laut Microsoft auch spezielle Mechanismen, die ausschließlich mit dem MS Internet Explorer funktionieren.

Schon vor dem Aufkauf durch Microsoft scheint GIANT ziemlich Microsoft-fokussiert gewesen zu sein, denn wie ihre eigenen Webseiten http://www.giantcompany.com/p_antiSpyware.htm mit dem Firefox Browser aussehen, ist schon mehr als peinlich...

Nach jahrelangen Gerüchten über eine eigene Antivirus-Lösung, die dann doch nie kam, scheint Microsoft damit einen neuen Versuchsballon zu starten. Ob die Strategie Erfolg haben wird, ist jedoch mehr als fraglich, denn erstens wird jede Anti-Spyware- oder Anti-Virus-Lösung von Microsoft den "sportlichen" Ehrgeiz einer eingeschworenen Anti-Microsoft-Community herausfordern, und zweitens werden sich viele Menschen fragen, ob man ausgerechnet der Firma, die durch ihre Produkte und Technologien über Jahre der Bedrohung durch Schädlinge erst Vorschub geleistet hat, ernsthaft abnimmt, dass sie willens und in der Lage ist, die gerufenen Geister wieder einzufangen.

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Anti-Spyware-Software von Microsoft?
« Reply #1 on: Thursday, 06.01.2005 20:37 »
...von wegen Mitte Januar, schon heute kam das Programm heraus! Es lässt sich herunterladen von http://www.microsoft.com/athome/security/spyware/default.mspx

Das Programm hat ein schickes Design und ist einfach zu bedienen. Bei einem ersten Scan-Lauf wurden genau 5 angebliche Spyware-Produkte gefunden:

1.) EditPad (ein kommerzieller Notepad-Ersatz, wurde als CoolWebSeach Browser Hijacker missinterpretiert, Treat Level "severe" (maximum)

2.) WinPCap (Treiber zur Netzwerk-Protokollanalyse) wurde als Spyware klassifiziert.

3.) Novell Zenworks Management Agent wurde als "Timbuktu Pro (Commercial Remote Control)" missinterpretiert und mit mit hohem Threat Level klassifiziert.

4.) TightVNC wurde als "TightVNC (Commercial Remote Control)" erkannt.

5.) RealVNC wurde als "RealVNC (Commercial Remote Control)" erkannt .

Die Dreistigkeit, alle fremden Fernsteuerprogramme als potentielle Spyware zu klassifizieren, dabei gleichzeitig den eigenen Microsoft Remote Desktop / Terminal-Service-Dienst nicht mal zu erwähnen ist schon beachtlich.

Wenn Benutzer in Firmennetzen dieses Tool in die Finger bekommen, und anfangen, Remote-Management Tools zu entfernen, dürfte der Spaß aufhören. Wahrscheinlich werden die Administratoren dieses AntiSpyware Tool selbst als "unerwünschtes Programm" klassifizieren und sperren müssen, um ihr Netz zu schützen und sich nicht in den Augen der Anwender als Verbreiter von Schädlingen rechtfertigen zu müssen.