Author Topic: Wechseln der externen IP-Adresse  (Read 9534 times)

Offline ke_pe

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Wechseln der externen IP-Adresse
« on: Monday, 04.04.2005 00:03 »
Hallo

Seit kurzem meldet mein Web-Konfigurationsmanager (netgear wgr614v4) eine neue externe IP-Adresse.
Dieser Wechsel ist nach einem abrupten Verbindungsabbruch aufgetreten. Bis anhin ging ich davon aus, dass diese Nummer quasi als Hausnummer bei jedem Computer fest vergeben sei. Bei mir hat jetzt nicht nur diese Nummer gewechselt, sondern auch die DHCP Server und DNS Server Nummer. Geht hier alles mit rechten Dingen zu? Funkt hier irgend ein externes Wesen dazwischen?

Danke!

Offline admin

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Re: Wechseln der externen IP-Adresse
« Reply #1 on: Monday, 04.04.2005 07:54 »
Hallo ke_pe,

da wir uns hier weder in einem Esoterik-Forum befinden, noch unter Verfolgungswahn leiden, kann ich dich beruhigen: es geht hier alles mit rechten Dingen zu!  ;)

Es stimmt, dass die externe IP-Adresse die Funktion einer weltweit eindeutigen Hausnummer hat, was aber nicht bedeutet, dass sie immer nur dir persönlich zugewiesen ist! Dein Provider leiht sie dir nämlich nur währen deiner Router-Verbindung aus, und gbit sis nach jeder Trennung einem anderen Kunden. Selbst bei den meisten DSL-Anschlüssen, die aus technischer Sicht eine permanente Internetverbindng haben, trennt der Provider die Verbindung ein Mal am Tag, und weist dir bei der nach wenigen Sekunden erfolgenden Neuverbindung eine neue IP-Adresse zu. Man nennt diese ausgeliehenen Adressen "dynamische IP-Adressen", im Gegensatz zu fest zugewiesenen, "statischen" IP-Adressen, die z.B. FIrmen für ihre Webserver brauchen.

Die Vergabe von dynamischen IP-Adressen hat bei DSL übrigens keinen technischen Grund, sondern ermöglicht es deinem Provider, im Rahmen einer Mischkalkulation die professionellen Internettarife mit fester IP-Adresse teurer, und die anderen billiger anbieten zu können.

Najch einer solchen Zwangstrennung handelt dein Netgear-Router die Internet-Parameter jeweils neu aus, und erhält üblicherweise auch die IP-Adresse eines DNS-Servers zugewiesen. Diese Server ändern sich normalerweise nur sehr selten, zum Beispiel wenn der Provicer seine Infrastruktur erneuert. Auch wenn ich das noch nirgends beobachtet habe, wäre auch denkbar, dass der Provider zur besseren Lastverteilung aus einem Pool von DNS-Servern jeweils einen anderen DNS-Server zuweist.

Professionelle DSL-Router haben auch ein ISDN-Fallback, das beim Ausfall von DSL eine "Notfallverbindung" über ISDN machen (evl. sogar über einen anderen Provider); auch dann ändert sich natürlich die DNS-Adresse.

Wenn du ganz sicher gehen willst, dass hier alles mit rechten Dingen zugeht, kannst du die IP-Adresse des DNS-Servers hier eingeben, und nachprüfen, ob dieser DNS-Server tatsächlich deinem Provider gehört.

Ein DHCP-Server wird normalerweise nur intern, nämlich innerhalb deines privaten IP-Netzes verwendet, und ein solcher Server ist in praktisch jedem DSL-Router eingebaut. Die Adresse des internen DHCP-Servers ist daher die private (!) IP-Adresse deines DSL-Routers, und diese ändert sich normalerweise nicht. Wenn doch, könnte jemand von außen deinen Router umkonfiguriert haben (ändere auf jeden Fall das Default-Passwort!), oder der Router hat nach einer Störung einen Teil seiner Konfiguration verloren.
« Last Edit: Monday, 04.04.2005 08:11 by admin »

Offline ke_pe

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Re: Wechseln der externen IP-Adresse
« Reply #2 on: Monday, 04.04.2005 19:16 »
Hallo

vorerst einmal Danke für die ausführliche, kompetente Auskunft und dieses zukunftträchtige Forum!

Zwei, drei Bemerkungen:

Die neue IP gehört tatsächlich meinem Provider! Dennoch: die von meinem Computer angezeigte IP-Adresse
hatte in «undynamischer» Weise über Monate (!) Bestand....
(ich besitze allerdings ein Kabelmodem, welches nie abgestellt wird).
Ist das üblich?
Soll ich aus sicherheittechnischen Überlegungen den DHCP-Server deaktivieren?

« Last Edit: Monday, 04.04.2005 19:18 by ke_pe »

Offline admin

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Re: Wechseln der externen IP-Adresse
« Reply #3 on: Tuesday, 05.04.2005 08:12 »
Danke für die Blumen, "I`ll do my very best!" (nicht nur an Silvester  :))

Kabel-Internet-Provider weisen dir deine externe IP-Adresse üblicherweise per DHCP zu, im Gegensatz zu DSL, wo dies über PPPoE / ICP funktioniert. Zum Verständnis ist es wichtig zu unterscheiden zwischen externem DHCP (DHCP-Server beim Provider, dein Router/Modem ist der Client), und internem DHCP (deine Firewall ist der DHCP-Server, deine PCs sind die Clients) Diese beiden Dinge sind völlig unabhängig von einander, und können separat konfiguriert werden.

Es besteht keinerlei Grund, das externe DHCP abzuschalten, im Gegenteil würde die Internet-Verbindung nur dann noch funktionieren, wenn du die gleiche Adresse statisch vergibst. Sollte dein Provider aber irgendwann einmal wieder seine Adressen ändern, wirst nicht nur du Probleme kriegen, sondern evl. auch dein Provider, denn es ist technisch nicht zulässig, innerhalb eines DHCP-Bereichs statische Adressen zu vergeben.

Auch intern gibt es keinerlei triftigen Grund auf DHCP zu verzichten.

Falls du deinem Provider misstraust, könnte man höchstens wegen eines automatisch zugewiesenen DNS-Servers Bedenken haben, aber das geht meines Erachtens schon leicht in Richtung Paranoia. Für den Provider ist das Thema DNS-Vulnerability allerdings hochaktuell, denn wenn seine DNS-Server manipuliert würden, könnten alle seine Kunden auf beliebige Webseiten geleitet werden,, und das wäre aus seiner Sicht der Super-GAU..

Wenn sonst (Firewall, Virenschutz, Browser) bei dir alles in Ordnung ist, würde ich mir also an deiner Stelle keine Gedanken machen!