Author Topic: Netmeeting über Router ins Internet  (Read 6402 times)

Offline Zonki

  • Newbie
  • *
  • Posts: 1
  • Karma: 0
Netmeeting über Router ins Internet
« on: Wednesday, 28.12.2005 17:21 »
Hallöchen....

welche ip braucht mein "Gegenüber" wenn ich mit Netmeeting eine Videokonferenz abhalten will ? Die, mit der der Router im Web ist ? Eigentlich schon...aber wie erkennt der Router, welcher meiner PCs gerade Netmeet eingeschaltet hat. Die ip Addressen im Netzwerk werden ja vom Router vergeben.

Können ggf. alle die im Netzwerk sind, wenn sie Netmeeting eingeschaltet haben sich nun bei Netmeeting einklinken ?

Viele Grüße
Zonki

Offline tankwart

  • Sr. Member
  • ****
  • Posts: 165
  • Karma: 0
Re: Netmeeting über Router ins Internet
« Reply #1 on: Tuesday, 03.01.2006 16:55 »
Hallo Zonki,

Netmeeting braucht im Prinzip immer die "richtige" IP-Adresse der Gegenstelle. Wenn z.B. ein direkter VPN-Tunnel zur Gegenstelle, oder zum LAN der Gegenstelle  existiert, ist das kein Problem. Ansonsten ist der Zielrechner meist nicht direkt erreichbar, weil er hinter einer NAT-Firewall sitzt und eine private IP-Adresse hat.

Will man nur eine einzige Gegenstelle hinter der Firewall erreichen, kann man an der Firewall ein sog. Port-Forwarding einschalten, und diese damit veranlassen, allen Netmeeting-Traffic zu dieser Gegenstelle weiterzuleiten. In diesem Fall gibt man die öffentliche IP-Adressse des Gegenübers an. Bei mehreren Ziel-PCs hinter der Firewall könnte man jeweils eine eigene öffentliche IP-Adresse mit Forwarding vorsehen, benötigt dabei aber natürlich statt einer einzigen öffentlichen IP-Adresse einen ganzen IP-Bereich. Für mehr als eine Handvoll PCs kommt das natürlich nicht in Frage.

Für diesen Fall wurde bereits im ursprünglichen H323-Protokoll, auf dem Netmeeting aufbaut, die Funktionalität eines sog. Gatekeepers eingeführt, der eine Art Vermittlungsstelle zu mehreren Endgeräten darstellt. Wird eine solche Gatekeeper-Software auf einem PC hinter der Firewall installiert, braucht die Firewall lediglich sämtlichen eingehenden H.323-Verkehr an diesen PC weiterzuleiten, und dieser PC sorgt dann für die Verteilung. Umgekehrt können sich die diese PCs beim Gatekeeper registrieren, und über ihn auch ausgehende Videokonferenzen starten.

Eine bekannte Open-Source Gatekeeper-Lösung ist der GNU Gatekeeper, der für Windows und Linux zur Verfügung steht, und dort gibt es auch eine Anleitung, wie man Netmeeting damit betreibt.

Da das H.323-Protokoll aus einer Zeit stammt, in der weder NAT noch heutige Sicherheitsaspekte ein Thema waren, ist das alles ein ziemliches Gewürge, und hätte nicht Microsoft mit Netmeeting dieses Protokoll zum de-facto-Standard gemacht, wäre diese Protokollfamilie wahrscheinlich schon längst abgelöst worden.

Alle Unklarheiten beseitigt?

« Last Edit: Tuesday, 03.01.2006 16:57 by tankwart »