Author Topic: Probleme mit dem verkauften aber nicht geschützeten Fritzbox!  (Read 36042 times)

Offline golftricom

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Ich habe im März 2010 meine alte Fritzbox über eBay verkauft. Leider hatte ich vergessen, das Passwort (geklebt auf der Box) zu entfernen.
Zuerst merkte ich nichts, aber dann auf einmal schnellte meine Telefonrechnung auf das Doppelte. Nachdem ich mein Anrufsprotokoll mit dem 1&1 Einzelanrufsprotokoll verglichen habe, habe ich festgestelllt, dass etliche Nummern angerufen worden sind, die nicht bei mir protokolliert wurden. Nach sehr großem Disput mit 1&1, hat mir 1&1 dann mitgeteilt, dass ein zweiter mit meiner IP-Adresse surft, dass ich dafür verantwortlich bin, weil ich das Passwort bekannt gegeben habe. Ich habe den Käufer auf die Situation aufmerksam gemacht. Er hat aber mir mitgeteilt, dass er meine Box nicht benutzt!!!

Kaum hatte ich das verdaut, kam der erste Brief wegen Urheberverletzung. Auf meinen Einwand hin, dass dies mit der verkauften 2. Fritz-box zu tun hat, wurde mir ein Gerichtsurteil vorgelegt, dass  der Verkäufer des Fritzbox für alles verantwortlich gemacht wird (wie Wlan nicht gesichert). Inzwischen habe ich
4 Briefe bekommen.

Inzwischen sagt mein Anwalt, dass die Experten sagen, dass mit dynamischer IP-Adressvergabe ein Beweis des Missbrauches vom zweiten ausgeschlossen werden kann.
Ich vermute, wenn zwei Router mit derselben IP-Adresse, zwar immer neue dynamische IP-Adressen zugewiesen bekommen, aber im Zweifelsfall immer der primäre Teilnehmer zur Rechenschaft gezogen wird. Wer kennt sich aus?



P.S. Auf meinem Rechner sind keinerlei P2P Programme installiert (auch nie gewesen), die neueste Antivirensoftware rennt und das WLAN ist WPA2 gesichert mit einem geeigneten PW.


Offline Goldhamster

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Re: Probleme mit dem verkauften aber nicht geschützeten Fritzbox!
« Reply #1 on: Wednesday, 02.02.2011 21:44 »
Was Du mit dem letzten Abschnitt sagen willst, verstehe ich nicht ganz, das geht etwas durcheinander.

Wenn Deine ehemalige Fritz-Box mit Deinen Anmeldedaten irgendwo anders angeschaltet wird, ist für den Provider erst mal nicht zu erkennen, ob Du umgezogen bist oder jemand Dir die Box geklaut hat. Wenn Du mit den gleichen Daten und einem neuen Router gleichzeitig zuhause online warst, kann es sogar sein, dass der Provider beide Verbindungen Dir zurechnet, beide bekämen dann eine jeweils andere dynamische IP-Adresse. Aber ob der Provider das prüft oder nicht, ist erst mal egal. Für den Provider ist bei der Einwahl eigentlich nur wichtig, welchem Kunden er die IP-Adresse zuweist, und das warst in jedem Falle Du, weil Deine Anmeldeinformationen verwendet wurden.

Trotzdem kriegst Du vom Provider mit den gleichen Zugangsdaten in einer anderen Stadt eine IP-Adresse aus einem anderen Nummernblock, weil Du an einer anderen Vermittlungsstelle hängst. Über die IP-Adresse kannst Du ggf. sogar selbst lokalisieren, wo der Übeltäter ins Netz gegangen ist, und mit welchem Provider. Möglcherweise kann der Provider über die IP-Adresse und die Einwahlzeit die Telefonleitung identifizieren, über die die DSL-Verbindung Huckepack lief. Dann hättest Du den Eigentümer des Anschlusses, und den könntest Du haftbar machen. Der kann sich genauso wenig herausreden, dass ein Dritter seine Telefondose verwendet hat, wie Du Dich nicht rausreden kannst, dass ein Anderer Deine Zugangsdaten verwendet hat.

Eine saublöde Sache, das. Schreib' doch mal, was draus geworden ist!